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Neues von der Regenfront

»Der Klimawandel steht nicht mehr vor der Tür, er ist da«, zitiert der Sachverständige Klaus W. König eine Aussage der DWA, der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Er ist sich sicher, dass man in Deutschland zukünftig mit zu viel Regen ebenso leben muss wie mit zu wenig Niederschlag. Das bietet Landschaftsgärtnern eine Chance, sich mit Know-how im Wassermanagement zu positionieren.

Speaker spricht vor Publikum
Tropfen fallen auf Wasser

»Wetterextreme wie Starkregen und Dürre fordern eine angepasste, flexible und dezentrale Infrastruktur für Regenwasser«, schlussfolgert Klaus W. König daher. Diese Infrastruktur beinhaltet je nach Projekt unterschiedliche Kombinationen von Regenwassernutzung und Retention, von Versickerung und Verdunstung. Will man lernen, was funktioniert, hilft oft ein Blick in die Landschaft. »Naturelemente wie Wald, Wiese und Gehölzflächen sind Lehrmeister im Umgang mit Regenwasser.«
Schon heute spüre man die Veränderung im Klima. Vielerorts sei die Niederschlagsmenge im Winter zwar gestiegen , dafür regne es im April und Mai sowie im Sommer nur noch halb so viel wie noch vor einigen Jahren, erklärt König. Ziel eines Regenwasserkonzeptes müsse es sein, die schädlichen Folgen dieser Veränderungen zu minimieren. Da es zur Vermeidung zu spät sei, helfe nur Anpassung. Mehrere Möglichkeiten führten hier zum Ziel:

  • Speichern
  • Versickern
  • Verdunsten und versickern
  • Verdunsten und verzögert ableiten
  • Oberirdisch verzögert ableiten

Legt man größere Speicher an, beispielsweise als unterirdische Tanks, kann man in Trockenperioden Wasser entnehmen. Für die unterirdische Versickerung eignen sich beispielsweise Rigolenblocks. Beim Verdunsten und Versickern helfen Rasensteine oder Sickermulden, ein Gründach unterstützt die Strategie „Verdunsten und Verzögert ableiten". Bei der oberirdischen Ableitung wiederum ist darauf zu achten, dass sich die Niederschläge nicht mit Abwasser vermischen. Unabdingbar ist es für Landschaftsgärtner, zu wissen, wie die jeweilige Genehmigungspraxis in einem Bundesland aussieht.
»In diesem Jahr soll eine Reihe neuer technischer Regeln zum Regenwasser-Management erscheinen, deren Ziel und Vorbild die lokale Wasserbilanz vor Ort ist, also das Verhältnis von Versickern, Verdunsten und oberirdischer Ableitung«, erklärt König. Nach der Baumaßnahme soll dann zum Beispiel mindestens ebenso viel Wasser versickern wie vorher. Gerade bei Verkehrsflächen benötigt man dazu die entsprechenden Pflastersteine. braun-steine gibt bei jedem seiner ökologischen Beläge die Versickerungsleistung an. Dass diese Versickerungsleistung auch noch nach Jahren vorhanden ist, hat jüngst das ARENA®-Pflaster bewiesen. Das Prüfinstitut Kiwa GmbH hat eine 18 Jahre alte, mit ARENA® gepflasterte Gehwegfläche an der Jugendverkehrsschule Freudenstadt untersucht. Trotz der durchgehend von Moos und Pflanzenbewuchs zugesetzten Fugen lagen die Ergebnisse mit einem Mittelwert von 1166 l/ (s x ha) viermal höher, als es die Norm für anschlusslose Flächen mit 270 l/ (s x ha) fordert.