Zott – die Genuss-Molkerei präsentiert sich neu

Sahnejoghurt und Betonstein – passt das zusammen? Unbedingt, wie sich an der neugestalteten Werkszufahrt samt Pforte der Molkerei Zott im bayerischen Mertingen zeigt. Die großformatige Polygonalplatte PODIUM ARCHITEKTUR bildet hier die Eingangsplattform der Genuss-Molkerei sowohl außen als auch innen.

Seit über 90 Jahren sitzt die Molkerei Zott im kleinen bayerischen Mertingen und prägt das Bild der Gemeinde. Das Unternehmen wächst stetig, aktuell entsteht ein neues Verwaltungsgebäude in der Ortsmitte; Werkszufahrt und Pforte sind bereits neu und präsentieren sich mit der polygonalen Großformatplatte PODIUM ARCHITEKTUR. „Die große Aufgabe war die Neuordnung der Infrastruktur", fasst Norbert Haindl die Komplexität der Bauaufgabe zusammen. Der Landschaftsarchitekt und Partner bei Becker+Haindl führt aus: „Bisher gab es nur eine Werkszufahrt, die Milch wird aber sieben Tage die Woche angeliefert, 24 Stunden am Tag." Wartezeiten an der Engstelle waren daher keine Seltenheit. Der neue Eingangsbereich ist nun weitaus großzügiger: Jeweils drei Zufahrts- und Ausfahrtsspuren lenken die Anlieferung, ausgestattet sind sie mit LKW-Waagen und EDV-Anbindung. Das Herzstück des Eingangsbereichs bildet jedoch der angrenzende rund 1200 m² große Platz samt Pforten- und Empfangsgebäude, dessen geschwungener Baukörper eine nostalgische Anleihe an die kühne Eleganz der 50er Jahre nimmt.

Durchgehender Belag für innen und außen

Der durchgehende Bodenbelag verstärkt die anscheinende Leichtigkeit der Eingangsarchitektur. Kein Wechsel in Material und Form zwischen Freiraum und Gebäude – einem Teppich gleich, zieht sich das großformatige Plattenmosaik der Polygonalplatte PODIUM ARCHITEKTUR über den gesamten Platz und durch das Empfangsgebäude hindurch. Die Möglichkeit, die Großformatplatte durchgängig zu verwenden, gab den Ausschlag für die Wahl, so das Planungsbüro Klas (Klas-Bau, Südtirol/Mertingen). „Uns war wichtig, ein einheitliches Bild für innen und außen zu schaffen, deswegen haben wir diese Möglichkeit so beharrlich verfolgt. Das heutige Erscheinungsbild hat unsere Vision bestätigt", zeigt sich Klas-Bau zufrieden.
Die plangefräste und sandgestrahlte Oberfläche von PODIUM ARCHITEKTUR weist zudem die erforderliche Rutsch- und Abriebfestigkeit für den Außenraum auf. Für den Innenraum, der weniger rau sein sollte, wendeten die Planer einen einfachen Kniff an. Sie drehten die Großformatplatte um und verfeinerten die Rückseite durch eine zusätzliche Schleifung.
Das weit hinausragende Vordach der Molkerei-Pforte aus weißem Sichtbeton wehrt Schlagregen ab und ermöglicht einen barrierefreien schwellenlosen Zugang. Die rektifizierten Platten erlauben ein enges Fugenbild. Für die Maßhaltigkeit des Verbands sägte braun-steine die einzelnen Polygonalplatten jeweils aus einer Großplatte.

Großformatplatte stärkt Bandstruktur

„Für das Gesamtbild war uns wichtig, dass sich sämtliche Elemente und Details in die Achsen einfügen und die bandartige Abfolge stärken", betonen die Planer Klas und Haindl. PODIUM ARCHITEKTUR konnte durch seine lineare Verlegerichtung die große Bandstruktur des Freiraums stärken, mit seinen polygonalen Einzelformaten jedoch die Platzelemente leicht integrieren. „Wir mussten viele unterschiedliche Elemente aufgreifen, die Platte kann das aber sehr gut überspielen und hat eine tolle Optik", sagt Haindl.
Das Ergebnis ist ein stimmiges ruhiges Eingangsbild der Genuss-Molkerei– nicht vollgestellt, wie häufig an anderen Firmenentrees zu beobachten. Die Platzfläche bildet nun die ideale Plattform für gezielte Eyecatcher: Neben dem Empfangsgebäude des Architekten Norbert Haindl sticht die leuchtend rote und im Zickzack langgezogene Sitzbank hervor, deren Form und Farbe das Zott-Logo assoziiert (Coffin Lounge von Miramondo). Weitere Farbtupfer auf dem Platz sind das grün belaubte Dach aus geschnittenen Platanen und die Staudenbänder, die den Eingangsplatz seitlich begrenzen und während der Lavendelblüte blau leuchten.
Die Pflanzbänder dienen zugleich als Vorfluter. Der Platz entwässert zu den seitlichen Pflanzflächen hin und kann auf eine sichtbare Entwässerung nahezu verzichten.


Einbindung rundet Eingangsbild ab

Im Norden begrenzt ein Band aus fünf Fahrradboxen mit insgesamt 200 Fahrradstellplätzen das Entree. Ein direkter Busverkehr zur Molkerei fehlt, aber der Bahnhof ist nur 1,5 km entfernt und viele Mitarbeiter fahren die kurze Distanz mit dem Fahrrad. Die äußersten Bänder im Norden und Süden bilden die Besucherparkplätze, die mit dem Längsrasenfugenstein SPIRELL® belegt sind. Die Fugen sind mit Dachbegrünungssubtrat verfüllt, das lineare Fugengrün ergänzt die seitlichen Pflanzbänder. „Der längs gerichtete Verband nimmt die Abfolge der Bänderung schön auf", resümiert Haindl das Gesamterscheinungsbild des Eingangsbereichs.



OBJEKT

Pforte und Werkszufahrt Zott, 86690 Mertingen


Bauherr

Molkerei Zott SE & Co. KG


Planung

Klas-Bau, Mertingen/ Südtirol
Becker + Haindl, Wemding/ Stuttgart


Bauzeit

2016 bis 2017


Produkte

PODIUM ARCHITEKTUR Polygonal-Platte
SPIRELL® Längsrasenfugenstein


Produkthersteller

braun-steine GmbH, Amstetten

Fertigstellung

September 2017