10 Regeln für fachgerechte Pflasterstein-Verlegung

1. Planum
Als „Planum“ wird die Oberfläche des zuvor verdichteten Untergrundes oder Unterbaues bezeichnet. Es ist profilgerecht, eben und tragfähig herzustellen. Aus bautechnischen Gründen wird die an der Pflasteroberfläche erforderliche Längs- und Querneigung grundsätzlich an allen Schichtoberflächen, so auch auf dem Planum, ausgeführt. Mindestquerneigung: 2,5%, bei wasserempfindlichen Böden 4%.

Besonderheiten bei versickerungsfähigen Belägen:
Der Untergrund muss ausreichend wasserdurchlässig sein. Erforderlicher Durchlässigkeitsbeiwert kf ≥ 5,4 x 10-5 m/s.



Pflaster
Pflasterbett ca. 3-5 cm

Tragschicht Schotter oder
Kies 20-30 cm

Unterbau

2. Frostschutz- und Tragschichten
Sie müssen tragfähig, verformungsbeständig und ausreichend wasserdurchlässig sein. Überwiegend werden Tragschichten aus ungebundenen Gesteinskörnungen (Tragschichten ohne Bindemittel, ToB) hergestellt. Sie sind in ausreichender Dicke, profilgerecht, eben und tragfähig herzustellen. Die Unebenheit der Oberfläche, bezogen auf eine 4 m lange Messstrecke darf nicht mehr als 1 cm betragen. Die erforderliche Neigung ergibt sich aus der Neigung der Pflasteroberfläche, Mindestquerneigung: 2,5%. Kornabstufung 0/32, 0/45, 0/56. Das Material darf sich beim Einbauen nicht entmischen. Eine geschlossene, filterstabile Oberfläche ist zwingend erforderlich.

3. Prüfung angelieferter Baustoffe
Lieferschein mit Bestellung vergleichen. Bei Betonpflastersteinen z.B. Format, Farbe, Oberflächenbearbeitung, und Menge. Gelieferte Waren zudem mit ggf. vorher vereinbarten Mustern vergleichen. Bei Abweichung ist eine Klärung mit dem Vertragspartner/Lieferanten vor dem Einbau herbeizuführen.

4. Randeinfassung
Pflasterdecken brauchen grundsätzlich eine stabile Randeinfassung! Der Abstand der Randeinfassungen wird unter Beachtung der vereinbarten Verlegebreite durch Auslegen einzelner Steinzeilen vor Beginn der Verlegearbeiten festgelegt. Elemente für die Randeinfassung, z.B. Bord- oder Einfassungssteine, sind höhen- und fluchtgerecht auf ein geschaltes Fundament aus Frischbeton (C 16/20 oder C 20/25) zu setzen und erhalten eine Rückenstütze aus Frischbeton. Fundament und Rückenstütze werden „frisch in frisch“ hergestellt.

5. Entwässerungsrinnen
Oberflächlich anfallendes Wasser muss auf möglichst kurzen Fließwegen zügig von der Oberfläche abgeleitet werden. Entwässerungsrinnen erhalten eine Längsneigung von mind. 0,5%. Die Elemente z.B. Muldensteine, Rinnenplatten oder Pflastersteine, sind höhen- und fluchtgerecht auf ein geschaltes Fundament aus Frischbeton (C 16/20 oder C 20/25) zu setzen. Die Fugen sind 8-12 mm breit auszuführen und mit gebundenem Fugenmaterial zu verfugen. Durchgängige Bewegungsfugen durch Rinne, Fundament und Rückenstütze sind mind. alle 12 m, bei befahrenen Rinnen mind. alle 6 m vorzusehen.

6. Pflasterbettung
Sie ist in gleichmäßiger Dicke, höhen- und profilgerecht auszuführen. Dicke im verdichtendem Zustand: 3 bis 5 cm. Grundsätzlich müssen für befahrene Flächen kornabgestufte Bettungsmaterialien mit einem Größtkorn von mind. 4 mm verwendet werden. Gebrochene, kornstabile Hartgesteinsplitte 0/4, 0/5 oder 0/8 mm sind zu bevorzugen. Kalksplitt darf nicht verwendet werden, da dieser nicht ausreichend stabil ist und zu Ausblühungen führen kann! Das Bettungsmaterial muss filterstabil zum Tragschichtmaterial sein! Das Bettungsmaterial ist gleichmäßig gemischt und gleichmäßig durchfeuchtet anzuliefern und zügig einzubauen. Nach dem Abziehen darf die Bettung nicht mehr befahren oder betreten werden.

Besonderheiten bei verisckerungsfähigen Belägen:
Gebrochene, kornabgestufte und kornstabile Hartgeteinssplitte 1/3 oder 2/5 mm sind zu bevorzugen.

7. Verlegung
Betonpflastersteine sind im vereinbarten Verband und mit ausreichenden Fugenbreiten von der verlegten Fläche aus zu verlegen. Die Fugen müssen bei einer Steindicke bis 120 mm 3-5 mm breit sein, bei größeren Steindicken 5-8 mm. Abstandhalter an den Steinen geben nicht das Maß der Fugenbreite vor; Pressverlegung ist zu vermeiden. Die Fugenachsen müssen einen gleichmäßigen Verlauf aufweisen. Geradlinige Fugenverläufe sind durch ausreichendes Schnüren durch Längs- und Querrichtung sicherzustellen. Kreuzfugen und Längsfugen in Hauptverkehrsrichtung sind zu vermeiden. Die Steine/Platten müssen aus mehreren Paketen gemischt verwendet werden, um unerwünschte Farbkonzentrationen zu verhindern. Die kürzeste Seite von Passsteinen darf nicht kürzer als die Hälfte der größten Länge des Ausgangssteines und nicht zu spitzwinklig sein. Das Zuarbeiten sollte durch Nassschnitt erfolgen. AnschlüsseanFlächenbegrenzungen sollten im Läuferverband ausgeführt werden.

8. Verfugen
Das Einbringen des Fugenmaterials durch Einfegen und/oder Einschlämmen erfolgt kontinuierlich mit dem Fortschreiten der Verlegearbeiten. Kornabgestufte, gebrochene Hartgesteinsspiltte der Korngrößr 0/3 oder 0/4 mm sind zu bevorzugen; sie müssen filterstabil zum Bettungsmaterial sein! Ungebrochener Natursand, inbesondere Quarzsand darf nicht verwendet werden. Die Fugen sind in mehreren Arbeitsschritten vollständig mit Fugenmaterial zu füllen.

9. Abrütteln
Vor dem Abrütteln ist überschüssiges Fugenmaterial vollständig abzukehren. Abgerüttelt werden darf nur bei trockener Pflasteroberfläche und nur unter Verwendung einer Platten-Gleit-Vorrichtung. Unverfugte Pflasterflächen dürfen nicht abgerüttelt werden, eingeschlämmte Pflasterflächen erst nach ausreichendem Abtrocknen von Bettung und Unterlage. Abgerüttelt wird stets diagonal zur Verlegerichtung, bei den Rändern beginnend zur Mitte hin bis zur Standfestigkeit des Pflasterbelags, frühestens 14 Tage nach Produktionsdatum der Steine.

Welche Vibrationsplatte für welche Steindicke?
bis 6 cm Steindicke:
Gewicht ca. 130 - 200 kg,
Zentrifugalkraft ca. 18 - 20 KN

7 - 10 cm Steindicke:
Gewicht 170 - 250 kg,
Zentrifugalkraft ca. 20 - 30 KN

10,8 - 12,8 cm Steindicke:
Gewicht 300 - 600kg,
Zentrifugalkraft ca. 30 - 600 KN

Über 12,8 cm Steindicke:
Gewicht 400 - 600kg,
Zentrifugalkraft ca. 50 - 70 KN

10. Fugenschluss
Ein abschließender Fugenschluss durch Einschlämmen eines fefeinkörnigen Brechsandes erhöht die Widerstandsfähigkeit der Fugenfüllung und gibt der Pflasterdecke schon anfangs eine gute Stabilität. Das zum Einschlämmen verwendete Material darf nicht zu Verfärbungen des Belags führen.
Es wird empfohlen, eine Fugenpflege in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Hierbei wird überprüft, ob noch genügend Fugenmaterial in den Fugen vorhanden ist und gegebenenfalls , je nach Verschleiß, nachverfugt.

Besonderheiten bei versickerungsfähigen Belägen:
Das abschließende Einkehren erfolgt mit Fugenmaterial wie unter Punkt 8.


Bitte beachten Sie, dass Angaben und Hinweise unserer technischen Information als Rat und Empfehlung im Sinne von § 676 BGB zu verstehen sind. Sie wurden in angemessener Weise überprüft, doch können wir keine Haftung übernehmen. Die Entscheidung über die Verwendung unserer Erzeugnisse liegt in der Verantwortung des Bauherren und der Bauleitung.