Versickerungsaktive Pflastersysteme

Es handelt sich um Sonderbauweisen, bei denen folgende Regeln eingehalten werden müssen:

  • Pflastersysteme, die über aufgeweiteten Fugen oder die Steine selbst eine weitgehende Versickerung der Niederschläge ermöglichen, bieten Möglichkeiten, einer Versiegelung entgegenzuwirken, sie haben aber auch Grenzen. Über den langfristigen Erfolg entscheidet die fachgerechte Anwendung unter Berücksichtigung von Einsatzgebiet und Bautechnik.
  • Es gilt der Grundsatz: erst die Verkehrssicherheit und die Tragfähigkeit, dann die Wasserdurchlässigkeit. Für den Schichtaufbau sind kornabgestufte Mineralstoffgemische zu wählen, die gut zu verdichten und dennoch wasserdurchlässig sind.
  • Der Schutz von Boden und Grundwasser muss gewährleistet sein. Versickerungsaktive Pflastersysteme sind nur gestattet außerhalb von Wasserschutzgebieten, wenn der Abstand zum Grundwasser mind. 2 m beträgt und kein Streusalz verwendet wird.
  • Die Durchlässigkeit des Bodens beachten. Sandige und kiesige Baugründe sind unproblematisch, bindige Böden erfordern dagegen Zusatzmaßnahmen, um eine dauerhafte Aufnahme des Wassers bei gleichzeitiger Standfestigkeit der Pflasterfläche gewährleisten können. In Frage kommen Bodenverbesserungen, Drainage oder dickere Schichtaufbauten. Beim Draingen ausreichendes Gefälle des Erdplanums beachten.
  • Bei haufwerksporigen Betonsteinen wie AQUA DUO sollte auf Verwendug von Streusalz verzichtet werden.
  • Die rechtliche Voraussetzung prüfen. Wo entsprechend den Landeswassergesetzen und den kommunalen Abwassersatzungen Grundstückseigentümer das Regenwasser nicht in die Kanalisation abführen dürfen, sind versickerungsaktive Pflastersysteme zu empfehlen.